Dazu nehmen wir aber
auch viele Probleme mit in das neue Jahr: Arbeitslosigkeit, schwächere
Konjunktur, Krankenkassenprobleme. Die Menschen werden immer älter und
die Kosten steigen ständig. Es ist in allen diesen Punkten oft ein wahrer
Teufelskreis zu erkennen und die Lösungen sind nur schwer zu finden.
Dazu kommen dann in der ganzen Welt auch der fortschreitende Radikalismus,
der Hunger in den Ländern der dritten Welt und die großen Konflikte
in Mazedonien, Afghanistan, Israel, Irland.
Drängend ist auch die
immer mehr um sich greifende Sinnentleerung des Lebens, die mit den
Selbstmordraten einhergeht, der "Bildungsnotstand", die Reform des Schulwesens,
die Notwendigkeit, zu einem geistig gefüllten Leben zurückzukehren.
- Doch genug der Aufzählungen, die Wirrnis in unserer Zeit wird in allem
deutlich!
Fasst man dies alles zusammen, dann
wird dieses Wort des Propheten Jesaja, das über diesem neuen Jahr stehen
soll, für uns besonders wichtig: Gott ist meine Rettung, ihm will ich
vertrauen... - Ja, es wird uns vor Augen geführt, dass wir als Menschen
eigentlich alle diese Probleme und Nöte nicht lösen können, sondern
wir brauchen wirklich "Hilfe von oben", dann erst können wir hoffen
und aufatmen. Da sollen wir so fordert uns der Prophet auf - "vertrauen
und niemals verzagen". Das ist leicht gesagt, aber im Alltag gar nicht
so leicht zu verwirklichen. Wir können hier eigentlich nur das eine
tun, nämlich dieses neue Jahr dem Herrn anempfehlen und ihn bitten,
dass er die Fragen und Nöte lindern und lösen hilft
Es klingt diese Aufforderung
ihm zu vertrauen eigentlich einfach und für einige vielleicht sogar
zu simpel. Etwa nach dem Motto: Gott wird's schon richten, kümmern wir
uns nicht zu sehr darum. So ist dies aber auf keinen Fall gemeint. Wir
haben als Menschen dieser Welt zu handeln und zu wirken, wichtig ist
aber, von welchem Stand aus wir handeln. Ist es nur unser menschlicher
Verstand den wir einsetzen und der zu leicht von egoistischen Zielen
bestimmt werden kann. Oder ist es ein göttlicher Maßstab, der uns Menschen
geschenkt wird? Selbstlos nach dem Willen Gottes zu leben und alles
zu tun ist nicht leicht, erfordert von uns auch Anstrengung uns selbst
zu überwinden und dem großen Rahmen Gottes Platz zu geben. Damit sind
aber nicht nur die Menschen gefordert, die das große Sagen in unserer
Zeit haben, sondern dies gilt für einen jeden Einzelnen von uns. Vertrauen
haben und nicht verzagen ist eine innere Einstellung, die wir erringen
müssen. Dazu will uns auch Gott helfen, dass wir den richtigen Weg immer
wieder finde sowohl im persönlichen Leben als auch in der großen Gemeinschaft
etwa unseres Volkes oder gar der ganzen Erde mit ihren vielfältigen
Völkerschaften. Wir leben heute nicht mehr im kleinen Rahmen etwa unserer
Stadt oder Dorfgemeinschaft oder in der Schicksalsgemeinschaft eines
Volkes, sondern die ganze Erde ist letztlich zu einer großen Einheit
geworden trotz aller Vielfalt der Kulturen und ihrer Religionen. Diese
multikulturelle und multireligiöse Welt aber darf uns nicht erdrücken,
sondern wir sind gemahnt miteinander friedlich und brüderlich zu leben
und zu handeln.
Da brauchen wir wirklich
dieses Vertrauen, das Gott uns hier anbietet und das uns durch Jesus
Christus besonders gesagt ist. Nehmen wir deshalb diese Jahreslosung
für uns selbst zum Trost, nehmen wir sie als Bekenntnis für und in unserem
Leben. Wir werden dann auch in dem kommenden Jahr bestehen können, auch
wenn neue Wirrnisse auf uns zukommen. Befehlen wir alles Gott und unserem
Heiland Jesus Christus an, dann werden wir den rechten Weg finden und
auch gehen können!
Ekkehard Herrmann, BVEA |