Archiv 2002-1 - Rundschau der Evangelischen Arbeitnehmer Ausgabe 1-2002
Bio-Ethik "Wir sehen keinen Verfall der Moral"
Bundestagsentscheid zum Stammzellen-Import
ist akzeptabel
Die Entscheidung des Bundestages
zum Stammzellen-Import von Embryonen ist eine Weichenstellung für die Zukunft.
Die Diskussion ging und geht immer noch durch alle Schichten der Republik. Vor
allem die Kirchen tun sich mit der Entscheidung schwer. Neben harscher Kritik
kamen auch moderate Töne aus der EKD. Der hessennassauische Kirchenpräsident
Peter Steinacker hat die Bundestagsentscheidung aus evangelischer Sicht als
akzeptabel bezeichnet. Sie erlaube allen Beteiligten, weiterhin im Gespräch
zu bleiben. Nun gilt es, die Rahmenbedingungen und Ziele der Forschung kritisch
zu begleiten und mitzugestalten.
Einer Einfuhr von Stammzellen unter
strengen Auflagen, unter anderem keine Zeugung von Embryonen nur zu Forschungszwecken
und stringente Kontrolle durch den Ethikrat können auch die Evangelischen Arbeitnehmer
zustimmen.
BVEA-Vorstandsmitglied Hans-Joachim
Bieletzki betonte nach Besuch mehrerer Informationsveranstaltungen, die Diskussionen
seien mit hohem Ernst geführt worden. Es handele sich um eine brisante Weichenstellung,
der Embryonenschutz ist ein hohes Gut. Grundsätzlich ist menschliches Leben
schutzwürdig, dieses Prinzip muss sich aber an der konkreten Lebenssituation
bewähren. Er verband dies mit einem Appell an die Forscher, die jetzt gesetzten
Grenzen zu akzeptieren.
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