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Die Vorgänge bei Holzmann und Mannesmann werfen grundsätzliche Fragen auf. Stringent neoliberal oder situationsbezogen "sozial gerecht" handeln?
Steht die Soziale Marktwirtschaft auf dem Prüfstand? Davon musste man nach den Informationen über Mannesmann und Holzmann ausgehen. Die neue und erfolgreiche Industriewelt mit ihrem Shareholder-Value-Systemen stellt das System der sozialen Marktwirtschaft in die Ecke. Viel zu althergebracht und verstaubt sind die Regularien, um noch zu funktionieren.
So sind es inzwischen die Kinder derjenigen, die die soziale Marktwirtschaft zum weltweit erfolgreichsten Wirtschaftssystem gemacht haben, die uns heute die vorgenannte Botschaft zukommen lassen.
In der Tat besteht diese Gemeinschaft mit ihrem starken Gerüst der Partnerschaft nicht mehr. Was die soziale Marktwirtschaft verhindern wollte, dass Gewinne nur kapitalisiert und die Verluste sozialisiert werden sollen - zu Lasten der Steuerzahler, das funktioniert im Sinne der Kapitaleigner doch recht gut. Die durch die riesengroße Problematik bedrohten Arbeitsplätze bei Philipp Holzmann hat selbst den Bundeskanzler auf den Plan gerufen und er hat in anerkennendster und wirkungsvollster Weise geholfen und das schon verloren gegangene geglaubte "Soziale Gewissen" der SPD aktiviert (allerdings mit dem Geld der Steuerzahler).
Dafür Danke Herr Bundeskanzler.
Dennoch bleibt einiges in der vorgenannten Schieflage. Fragen an die Banken - wie ist so etwas möglich? Aber auch Anfragen unzähliger Mittelständler und anderer Baufirmen, die nicht die Öffentlichkeit haben wie Holzmann, was geschieht mit ihnen, falls es einmal soweit ist?
Fragen über Fragen; ehe wir uns versehen, bekommen wir Antworten und, man glaubt es nicht, aus USA. Einem Land, aus dem die schöne und erfolgreiche Industriewelt zu uns herüber schwappt. Z. B. sagt Bill Peterson, Director des Office of Investment der Afl-CIO zum Thema Mannesmann: "Bei der Entscheidung geht es nicht nur um die Übernahme, sonder um ein grundsätzliches Thema.
Es geht um die Frage, ob langfristig das anglo-amerikanische oder das europäische Modell, bei dem der Konsens zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gesucht wird, das erfolgreichere ist."
Eine in der Tat bemerkenswerte Antwort. Ist der soziale Friede nun doch wieder der Garant für eine funktionierende soziale Marktwirtschaft mit vielen Arbeitsplätzen?
Im Namen der Menschen, die es verdient haben, an etwas zu glauben und festzuhalten, was besser ist, und dem Gemeinwohl ebenfalls dient, schreiben wir es uns in unser aller Stammbuch.
Werner Künkler, EAB NRW, Vorstand BVEA
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